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Das wahre Wesen der Valerie P. - Premiere von "Blaupause" im ArtikultTheater

Bild von Guido Verstegen

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München - Die frisch verheiratete junge Frau wünscht sich, dass die Laken in der Kronprinzensuite "auf gar keinen Fall" gewechselt werden – weil Valerie Posch dort mit ihrem Schauspiel-Kollegen Greg Burns übernachtet haben soll. Der Theologe setzt sich in der TV-Diskussion mit dem Geheimnis von Valeries Schönheit auseinander – das daraus bestehen soll, dass sie acht Liter Wasser am Tag trinkt. Der Chefredakteur des Lifestyle-Magazins betet zu Gott, dass Valeries Brüste nicht echt sind – weil genau das sein Blatt in einem zweifellos fingierten Interview mit dem Model behauptet. Sie alle sind fasziniert, infiziert, irritiert. Von diesem Topmodel, das in der teuersten deutschen Kinoproduktion aller Zeiten zum ersten Mal als Schauspielerin arbeitet. Der Klon-Thriller "blueprint" mit Valerie in der Hauptrolle ist die Sensation des Jahres. Das ist grob gesagt der Plot der intelligenten Farce "Blaupause", mit der das ArtikultTheater (www.artikulttheater.de) Anfang Februar das Publikum im Pelkovenschlössl in Moosach begeisterte.

Weil die sechs SchauspielerInnen in ihren 45 Rollen brillieren und jede der zwölf rasant erzählten Szenen zu einem eigenen Ereignis machen. Weil das Stück mit jeder Faser lebt, obwohl ihm doch ein echter Handlungsstrang abgeht. Weil es den Zuschauern in der ausverkauften Premiere überlassen bleibt, die Motive der handelnden Personen nach ihrer Sicht der Dinge zu beurteilen.

Autor Ulrich Hub ist eine urkomische Abrechnung mit der Medienwelt, ihren Machern, ihren Superstars gelungen. Regisseurin Kerstin Weiler hat den Kern seiner Botschaft auf skurrile und sehr unterhaltsame Art transportiert: Die Welt ist voller Klone, wir alle sind austauschbar. In einem Universum voller Blaupausen kann niemand sicher sein, das Original zu sein. Und so verwundert es nicht, dass in diesen 90 Minuten auf der Bühne ein Star gemacht wird, ohne dass er ein Gesicht bekommt. Von dem man am Ende eigentlich gar nichts weiß: Hat sie sich umgebracht, wurde sie ermordet, trug sie nun Implantate oder nicht?

"Wow, 45 Rollen – das ist ja mal ne Hausnummer! Das war mein erster Gedanke, den ich beim Lesen des Textes hatte. Acht Schauspieler waren vorgesehen, doch ich hatte nur sechs. Nun: Acht kann jeder, sechs nur das ArtikultTheater!", plauderte Kerstin Weiler nach der Premiere aus dem Nähkästchen – nachdem das heftige Fußgetrampel der Zuschauer endlich abgeebbt war. Die meisten Lacher erntete übrigens der höchst amüsante Ausflug in die Umkleide einer Travestie-Show, wo die drei Hauptdarsteller auf ihre ganz eigene Art über Valeries Schicksal philosophierten...

Weilers Idee, die Schauspieler gleich neben der von Anja Callam radikal reduziertem Bühnenbild in Blau zu platzieren, ging auf: Der Fokus des Interesses richtete sich immer gleich auf das Geschehen, zumal und weil die nicht beteiligten Darsteller nur wenige ihrer vorwiegend schwarzen Kleidungsstücke wechselten. Und doch erlebte ein Farbton seine unerwartete Renaissance: "Das ist also Mauve?!"

Die weiteren Aufführungstermine

PASINGER FABRIK
16.2.2012 | 17.2. | 18.2., jeweils 20.00 Uhr
August-Exter-Straße 1, 81245 München-Pasing
Karten: 089 – 82 92 90 79, www.muenchenticket.de

TRADITIONSWIRTSHAUS SPITALKELLER
3.3.2012, 20.00 Uhr
Alte Nürnberger Straße 12, 93059 Regensburg
Karten: 0941 - 89 05 91 70, www.spitalkeller.com

INTERIM-THEATER
30.3.2012 | 31.3., jeweils 20.00 Uhr
Am Laimer Anger 2 (ehem. Agnes-Bernauer-Str. 97), 80687 München-Laim
Karten: 089 – 54 66 29 51, www.interim-kultur.de

PASINGER FABRIK
12.4.2012 | 13.4. | 14.4., jeweils 20.00 Uhr
August-Exter-Straße 1, 81245 München-Pasing
Karten: 089 – 82 92 90 79, www.muenchenticket.de


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