- ADAC
- Alarmierung
- Arbeiter-Samariter-Bund
- Christoph 1
- Christoph München
- Deutsche Rettungsflugwacht (DRF)
- DRF-Luftrettung
- Hangar
- HDM-Luftrettung
- HEMS Crew Member
- Hubschrauber
- Intensivtransporthubschrauber (ITH)
- Interhospitaltransfer
- Klinikum Großhadern
- Ludwig-Maximilians-Universität
- Luftretter
- Nachtsichtgeräte
- Notarzt
- Personaldienstgebäude
- Rettungsassistent
- Rettungshubschrauber (RTH)
- Rettungswagen (RTW)

„Christoph München“, so der Funkrufname, wird immer dann alarmiert, wenn ein Intensivpatient von einem Krankenhaus in eine Spezialklinik transportiert werden muss - ein sog. Interhospitaltransfer, auch Sekundäreinsatz genannt. Gerade größere Distanzen kann die fliegende Intensivstation der HDM-Luftrettung gemeinnützige GmbH schnell überwinden. Auch in der Luft wird der Patient weiter intensivmedizinisch versorgt. Darüber hinaus wird der Hubschrauber in Ergänzung zum bereits vorhandenen Rettungsdienst bei Notfällen als schneller Notarztzubringer eingesetzt. Von Januar bis Dezember führten die Münchner Luftretter 717 Intensivtransporte durch und starteten zu 509 Notfalleinsätzen (sog. Primäreinsätze).
Dabei gehörten lebensgefährliche Erkrankungen zu ihren häufigsten Alarmierungsgründen; so wurden beispielsweise Schlaganfall- und Herzpatienten zwischen Kliniken transportiert. Aber auch Patienten mit Brandverletzungen, Vergiftungen oder Krampfanfällen mussten notärztlich behandelt werden. In den Sommermonaten wurde der DRF-Hubschrauber häufig zu verunglückten Motorradfahrern, verletzten Sportlern oder zu Patienten mit lebensgefährlichen allergischen Reaktionen nach Wespenstichen alarmiert. Auch Kinder waren auf schnelle Hilfe aus der Luft angewiesen: 2011 versorgte die Besatzung von „Christoph München“ 110 kranke oder verletzte Kinder. Zudem konnte das Leben von Frühgeborenen gerettet werden. Sie wurden in speziellen Brutkästen, sog. Inkubatoren, für Säuglinge in Spezialkliniken geflogen.
Hintergrundinformationen:
Der am Münchner Klinikum Großhadern stationierte Hubschrauber ist mit zwei Piloten, einem Notarzt (i. d. R. aus dem daneben liegenden Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität) und einem Rettungsassistenten (HEMS Crew Member, gestellt vom Arbeiter-Samariter-Bund) besetzt.
Er ist 24 Stunden täglich einsatzbereit und mit allen medizintechnischen Geräten ausgerüstet, die für eine optimale Versorgung von Intensivpatienten notwendig sind. Darüber hinaus wird „Christoph München“ Tag und Nacht zur Rettung von Notfallpatienten eingesetzt. Innerhalb von 15 Minuten kann er jeden Einsatzort im Umkreis von 50 Kilometern Luftlinie erreichen. Seit Juli 2009 dürfen die Münchner Luftretter als bundesweit erste Luftrettungsstation Nachtsichtgeräte einsetzen. Damit wird die Luftrettung bei Nacht um einen weiteren wichtigen Sicherheitsfaktor ergänzt.
Im Herbst konnte das neue Personaldienstgebäude in Betrieb genommen werden - siehe Artikel www.wobl.de/artikel/intensivtransport-und-rettungshubschrauber-christoph... und www.wobl.de/artikel/neues-dienstgeb%C3%A4ude-f%C3%BCr-intensivtransport-....
Für München und Umgebung steht noch ein weiterer Hubschrauber für Notfalleinsätze und gelegentliche Patientenverlegungen bereit: "Christoph 1", der vom ADAC betrieben wird; Indienststellung schon 1970.
In Bayern sind neben dem Münchner Hubschrauber vier weitere Hubschrauber der DRF-Luftrettung im Einsatz: zwei Rettungshubschrauber in Nürnberg („Christoph 27“) und Weiden („Christoph 80“) sowie zwei Intensivtransporthubschrauber in Nürnberg („Christoph Nürnberg“) und Regensburg („Christoph Regensburg“). Zusammen leisteten sie rund 15 Prozent aller Einsätze der DRF-Luftrettung im Jahr 2011 (5.802 von 38.366 Einsätzen).
Über die DRF Luftrettung:
Die HDM-Luftrettung gemeinnützige GmbH ist Teil der DRF-Luftrettung. Bundesweit setzt die DRF- Luftrettung an 28 Stationen Hubschrauber für die Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Stationen sogar 24 Stunden am Tag. Dazu kommen zwei Stationen in Österreich und eine in Dänemark. Über die Hubschrauberrettung hinaus führt die DRF-Luftrettung weltweite Patiententransporte mit eigenen Ambulanzflugzeugen und hoch qualifiziertem Personal durch.
In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Die Kosten der Luftrettung werden im bundesweiten Durchschnitt allerdings nicht vollständig von den Krankenkassen bezahlt: „Zum Wohle der uns anvertrauten Patienten investieren wir fortlaufend in die Optimierung medizintechnischer Geräte, die Modernisierung unserer Flotte und die Fortbildung unseres Personals. Auch besondere Rettungsverfahren, wie die Wasser- und Windenrettung, bedeuten hohe Anschaffungskosten sowie regelmäßige Schulungsmaßnahmen. Diese vielfältigen Investitionskosten müssen wir als gemeinnützig tätige Organisation bisher selbst tragen“, erklärt Steffen Lutz, Vorstand der DRF-Luftrettung. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die DRF Luftrettung daher auf die Unterstützung von Förderern angewiesen. Weitere Informationen im Internet unter www.drf-luftrettung.de.





